Modellprojekt Begleitete Elternschaft


Dass auch geistig behinderte Menschen Eltern werden, wurde lange Zeit kaum wahrgenommen, die Möglichkeit eines Zusammenlebens von Eltern und Kindern weitgehend von vorneherein ausgeschlossen. In der Vergangenheit und vielerorts bis heute hat die Diagnose einer geistigen Behinderung häufig zu einer Trennung von Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt geführt.

MOBILE e. V. führt ein Projekt “Begleitete Elternschaft” durch. Ziel ist es, Eltern mit einer intellektuellen Beeinträchtigung in Dortmund die Chance zu geben, als Familie mit ihren Kindern zusammenzuleben. Das Projekt wird von Aktion Mensch und der Software AG-Stiftung gefördert.

Kooperation und Vernetzung

Durch ein tragfähiges und konstruktiv arbeitendes Netzwerk mit den Diensten, die Familien unterstützen, soll die Angebotsstruktur in Dortmund verbessert werden. Kooperation und Vernetzung der beteiligten Dienste erhöhen die Chancen für ein Zusammenleben dieser Familien. Die Erfahrungswerte der letzten Jahre zeigen, dass Familien mit intellektuell beeinträchtigten Eltern häufig auch darum nicht zusammen leben, weil die Unterstützungsangebote noch nicht passgenau auf diese Eltern abgestimmt sind. Ein von unterschiedlichen sozialen Diensten getragenes Netzwerk kann dazu beitragen, dass vorhandene Ressourcen und Synergieeffekte für diese Eltern und deren Kinder nutzbar gemacht werden können.

Dazu gehören

  • Beratungsstellen
  • Familienbildungsstätten
  • Kindertagesstätten
  • Wohnheime und Werkstätten für behinderte Menschen
  • Jugendamt

Durch die Kooperation von Jugendhilfe und Behindertenhilfe soll außerdem eine gemeinschaftliche Bedarfsplanung erreicht werden.

Begleitforschung

Die Begleitforschung des Modellprojekts will die Situation von Familien mit intellektuell beeinträchtigten Eltern in Dortmund erheben: Leben Eltern mit ihren Kindern zusammen? Welche Unterstützung bekommen sie? Und auch: Warum ist das Zusammenleben von Eltern und Kindern gescheitert? Was hat gefehlt?

Dazu wird eine Situations- und Bedarfsanalyse durchgeführt:

  • Fragebogenerhebung in Dortmunder Einrichtungen
  • Experteninterviews
  • Interviews mit Eltern
  • Aktenanalyse

Auf der Grundlage dieser Ist-Analyse können die speziellen Bedarfe in der Unterstützung dieser Familien festgestellt werden. Das Netzwerk kann diese Ergebnisse für seine Arbeit zur Verbesserung der Angebotsstruktur nutzen. Der Aufbau des Netzwerks wird ebenfalls wissenschaftlich begleitet:

  • Dokumentation der Netzwerkaktivitäten
  • Evaluation der Zielerreichung
  • Experteninterviews