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Hintergrundinformationen zum Modellprojekt "total normal"
Die Jugendphase ist bestimmt durch eine Umbruchsituation, in der es zu einer Neubestimmung der Persönlichkeitsdynamik kommt und hat im Hinblick auf die kreative und eigenständige Gestaltung, die produktive und aktive Auseinandersetzung mit den inneren und äußeren Lebensbedingungen eine große Bedeutung. Behinderte Jugendliche haben in dieser Lebensphase einen hohen Bedarf hinsichtlich der Bereitstellung angemessener Entwicklungsaufgaben. Sie sollen die notwendige und wünschenswerte Lust entwickeln, das eigene Leben aktiv und mit Freude zu gestalten. Dabei haben sie einen Anspruch auf Methoden und Inhalte, die ihnen in Begabung und Alter entsprechen.
Vorhandene Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sind für diesen Personenkreis jedoch häufig nicht oder nur eingeschränkt nutzbar. Die spezifischen Belange der betroffenen Jugendlichen werden in der Regel nur unzureichend berücksichtigt. Teilhabe behinderter Mädchen und Jungen an allgemeinen Angeboten wird somit nicht realisiert. Ihnen bleiben vielmehr wichtige Lern- und Entwicklungsfelder, die das positive Erleben aktiven Handelns ermöglichen würden, vorenthalten. Möglichkeiten der konstruktiven Einflussnahme auf ihr unmittelbares Lebensumfeld werden nicht entwickelt und erprobt.
Hier setzt die innovative und ganz und gar nicht “normale” Idee des Modellprojekts “total normal. Behinderte Mädchen und Jungen erobern ihre Stadt” an, indem sie mit Methoden der Erlebnispädagogik und von Empowerment behinderte Jugendliche darin unterstützt, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die sie in die Lage setzen, auch im späteren Erwachsenenalter die Rolle selbstbestimmter Bürger aktiv wahrzunehmen und integriert in soziale Zusammenhänge der Gesellschaft und so selbstbestimmt und selbständig wie möglich zu leben.